Aqua
Unser Begleitetes Kinderschwimmen
In diesem kurzen Interview berichtet Valentinas Vater über seine Erfahrungen mit seiner Tochter im begleiteten Kinderschwimmkurs (BKS) – und davon, wie Mut und kontinuierliches Üben ihre Entwicklung nachhaltig geprägt haben.
Wie bist du auf den Kurs aufmerksam geworden und was hat dich dazu bewegt, dein Kind anzumelden? Magst du uns auch kurz erzählen, welche besonderen Bedürfnisse oder Herausforderungen dein Kind hat?
Auf den Kurs wurden wir durch die Kursleiterin aufmerksam. Valentina ist mit einer Gaumenspalte geboren, die (inzwischen mehrfach operiert) ihr Leben lang für Sprachauffälligkeiten sorgen wird. Die Gaumenspalte bedingt unter anderem auch eine mangelnde Durchlüftung des Mittelohrs (chronische Mittelohrentzündungen - frühzeitige Einlage von Paukenröhrchen beidseits mit mehrmaliger Neueinlage über 4 Jahre hinweg). Zudem entwickelt sich die Fein- und Grobmotorik nicht ganz altersgemäß.
Wie war für dein Kind die erste Begegnung mit dem Wasser im begleiteten Kurs?
Valentina ist anfangs sehr vorsichtig an das Wasser herangegangen - sicherlich auch bedingt durch die Sorgen der Eltern, dass sich bei Wassereintritt in die Ohren eine erneute chronische Mittelohrentzündung einstellt. Zu Beginn klammerte sie sich noch viel an mich bzw. meine Frau, und tat sich schwer, die ersten Übungen mitzumachen.
Welche Rolle spielte die Anwesenheit der Eltern im Wasser für dein Kind?
Anfangs waren wir als Eltern gefühlt noch sehr wichtig, um “den Schritt ins Wasser zu wagen”. Valtentina konnte jedoch schnell die Leichtigkeit im Wasser erfahren (z. B bei den Entspannungsübungen, die oft am Ende des Kurses stattfanden). Im Beisein eines Elternteils lernte sie, sich (noch mit Schwimmhilfen) frei im Wasser ,zu bewegen. Wir als Mama & Papa empfanden es als vorteilhaft, dass möglichst ein festes Elternteil die Begleitung regelmäßig übernimmt.
Welche Veränderungen hast du im Verhalten oder in den Fähigkeiten deines Kindes während des Kurses beobachtet?
Was das Schwimmen angeht: Valentina entwickelte sich zu einem Kind, das das Wasser liebt und sich nun mit viel Spaß im Wasser aufhält. Sie hat gelernt, dass langsamer konstanter Fortschritt zu großartigen Ergebnissen führt. Das können wir ihr als Eltern nun auch in anderen Fällen ihr vor Augen führen (“wie beim Schwimmen - dort hast Du das auch geschafft”), und so sorgt es nachhaltig für längere Ausdauer, auch bei anderen schwierigen Herausforderungen.
Wie haben sich im Laufe des Kurses das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit deines Kindes aus deiner Sicht entwickelt?
Der Schwimmkurs hatte einen großen Einfluss auf das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit unseres Kindes. Valentina machte etwas langsameren Fortschritt als die meisten anderen Kinder im Wasser, aber sie machte konstant Fortschritte, was wir mit Freude und Dankbarkeit wahrgenommen haben.
Durch die Betreuung ihrer Kursleiterin, konnte sie ihren Fokus auf sich selbst und ihre eigenen Fortschritte richten, statt sich ständig mit anderen zu messen, die schneller vorankamen. Durch diese Erfahrungen wuchs ihr Selbstbewusstsein und die Zuversicht, schwimmen lernen zu können („Ich schaffe das!“), und auch ihre Selbstständigkeit nahm Schritt für Schritt zu. Schon nach ein bis zwei Kursen war es für sie selbstverständlich, den Kurs alleine ohne Eltern zu besuchen. Es wurde normal und ihr Selbstbewusstsein war groß genug.
Wie erlebt dein Kind den Schwimmkurs? Kannst du kurz seine Reaktionen oder Eindrücke beschreiben?
Im Laufe der Zeit (über 4-5 Schwimmkurse hinweg) wandelte sich Valentina komplett: anfangs war sie ein sehr zurückhaltendes Kind im Wasser, inzwischen ist “baden gehen” immer ein Highlight. Sie entwickelte ein gesundes Selbstbewusstsein (wünscht sich z. B vom Beckenrand ins Wasser zu springen), und auch phasenweise eine große Ausdauer, was das Erlernen des Freischwimmens angeht. Sie entwickelte Stolz auf ihre ersten Erfolge, wie die ersten Meter ohne Schwimmhilfe, und erzählt selbstständig anderen davon.
Wie haben Sie die Gruppe und die Integration der Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten erlebt?
Durch die hervorragende Betreuung der Kursleiterin war es für unser Kind und die anderen kein Problem. Es erfordert aber sicherlich einen geschulten Umgang mit besonderen Situationen (im Becken, aber auch im Gespräch mit Eltern & Kind außerhalb des Beckens). Was sehr gut klappte: schwierige Situationen klar und schnell für alle zu erklären und zu lösen. Hier haben wir durch Aqua & Soul stets Hilfestellung erhalten.
Wie haben Sie als Eltern das Gefühl der Gemeinschaft und Akzeptanz im Kurs wahrgenommen?
Wir hatten niemals den Eindruck, dass unsere Tochter mit fehlender Akzeptanz zu kämpfen hat.
Gibt es besondere Momente oder Erfolge, die dir und deinem Kind besonders in Erinnerung geblieben sind?
Einige Momente und Erfolge sind im Gedächtnis geblieben! Z. B: Erste Schwimmzüge ohne Hilfe einer Drittperson (auch noch mit Schwimmhilfe): war ein “Meilenstein”, von dem sie vielen Freunden und Erwachsenen erzählte. Erstes Schwimmabzeichen (Kaulquappe): Sie wollte das am gleichen Abend noch feiern, und die Motivation weiterzumachen, wuchs.
Wie erlebt dein Kind den Schwimmkurs? Kannst du kurz seine Reaktionen oder Eindrücke beschreiben?
Valentina sieht den Schwimmkurs als "ihre" Zeit, in der sie wachsen und etwas Besonderes leisten kann. Sie spricht oft voller Stolz von "meiner Schwimmlehrerin Tamara" und freut sich sichtlich auf die Stunden. Für sie ist der Kurs eine Mischung aus Spiel, Herausforderung und Erfolg. Besonders eindrücklich ist ihre Freude nach jeder Stunde, wenn sie uns detailliert berichtet, was sie Neues geschafft hat – sei es länger zu tauchen oder eine neue Technik auszuprobieren. Der Kurs ist für sie ein Ort, an dem sie sich stark und erfolgreich fühlt.
Was bedeutet der Kurs für Sie persönlich in Bezug auf die Entwicklung Ihres Kindes?
Für uns als Eltern ist der Kurs ein Symbol dafür, was Valentina trotz ihrer Beeinträchtigungen alles erreichen kann. Zu sehen, wie sie ihre anfängliche Vorsicht und ihre körperlichen Herausforderungen überwunden hat und zu einem selbstbewussten, wasserliebenden Kind herangewachsen ist, war unglaublich wertvoll. Der Kurs hat ihr nicht nur das Schwimmen beigebracht, sondern auch gezeigt, dass sich Mut und beständiges Üben auszahlen – eine Lektion, die weit über das Schwimmbecken hinausreicht.
Welche Wünsche oder Hoffnungen haben Sie für die weitere Entwicklung Ihres Kindes durch das Schwimmen?
Wir hoffen, dass das Schwimmen für Valentina eine lebenslange Quelle der Freude und des Selbstvertrauens bleibt. Unser Wunsch ist, dass sie die hier erlernte Ausdauer und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten auch auf andere Lebensbereiche überträgt, sei es in der Schule oder bei neuen Hobbies. Zudem hoffen wir, dass sie sich immer sicher und kompetent im Wasser fühlen wird, was ihr viele Türen für sportliche und soziale Aktivitäten öffnet.